Die Schrittlänge ist der Abstand vom Boden bis zum Schritt. Sie hilft bei der Vorauswahl der Laufradgröße. Eine Größentabelle gibt einen ersten Anhaltspunkt. Die Zollangabe bezeichnet den Raddurchmesser und zeigt allein nicht, ob das ganze Fahrrad zum Kind passt.
Messen Sie die Schrittlänge, vergleichen Sie den Wert mit einer Tabelle und prüfen Sie die Maße des konkreten Modells. Bei einer Sitzprobe und möglichst auch einer Probefahrt prüfen Sie, ob das Kind das Rad sicher erreicht und bedienen kann.
Schrittlänge messen
Sie brauchen eine freie Wand, ein festes Buch und ein Maßband oder einen Zollstock. Das Buch dient als waagerechte Markierung am Schritt. So messen Sie den Abstand von dort bis zum Boden.
- Stellen Sie das Kind aufrecht mit dem Rücken an eine Wand. Die Füße stehen nebeneinander.
- Schieben Sie das Buch mit einer Kante waagerecht zwischen die Beine, bis es im Schritt anliegt, ohne unangenehm zu drücken.
- Markieren Sie an der Wand die Höhe der oberen Buchkante oder messen Sie direkt vom Boden bis dorthin.
- Notieren Sie den Wert in Zentimetern. Das ist die Schrittlänge.
- Wiederholen Sie die Messung, wenn das Buch schief saß oder sich das Kind bewegt hat.
Die Empfehlungen dazu, ob das Kind Schuhe tragen soll, unterscheiden sich: Der ADAC und PUKY beschreiben eine Messung mit Schuhen, woom eine Messung mit Socken. Messen Sie möglichst so, wie es der Hersteller des ausgewählten Fahrrads vorgibt, und vergleichen Sie den Wert mit dessen Angaben.
Zollgröße eingrenzen
Die Tabelle zeigt grobe Orientierungsbereiche des ADAC und hilft bei der Vorauswahl. Fahrräder derselben Zollgröße können unterschiedlich gebaut sein; Größentabellen ordnen dieselbe Schrittlänge teils auch unterschiedlichen Radgrößen zu.
| Schrittlänge | Grobe Orientierung | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| 30–40 cm | Lauflernrad | Lauflernrad und erste Fahrversuche |
| 40–45 cm | kleinere Kinderräder | kleinere Kinderräder |
| 45–55 cm | 16 Zoll | Einsteiger-Pedalfahrrad |
| 55–60 cm | 18–20 Zoll | größere Kinderräder |
| 60–70 cm | 20–24 Zoll | Kinderräder, teils mit Kettenschaltung |
| 65–75 cm | 24–26 Zoll | Jugendräder |
| ab 70 cm | 26 Zoll oder kleiner S-Rahmen | Jugend- oder Erwachsenenrad als Orientierung |
Ein Kind mit 44 cm Schrittlänge fällt in den Bereich für kleinere Kinderräder. Bei 46 cm nennt die Tabelle 16 Zoll, bei 57 cm 18 bis 20 Zoll. Bei 67 cm ist die Zuordnung weniger eindeutig: Der Wert liegt in den überlappenden Bereichen für 20 bis 24 und 24 bis 26 Zoll. In solchen Fällen ist die Passform am konkreten Modell besonders wichtig.
Alter und Körpergröße geben nur einen groben zusätzlichen Anhaltspunkt. Kinder gleichen Alters können unterschiedlich groß sein, und bei gleicher Körpergröße kann die Beinlänge variieren. Entscheiden Sie deshalb nicht allein nach dem Alter oder der Zollangabe.
Herstellerangaben prüfen
Prüfen Sie, ob die Schrittlänge des Kindes mindestens dem Wert entspricht, den der Hersteller für das konkrete Fahrrad angibt. Die Werte für einzelne Modelle können von einer allgemeinen Tabelle abweichen. PUKY führt beispielsweise in seiner Vergleichsübersicht Mindestwerte von 41 cm für YOUKE, 42 cm für LS-PRO sowie 53 cm für CYKE und SKYRIDE auf. Diese Werte gelten für die genannten Modellreihen, nicht für Fahrräder anderer Marken.
Auch Fahrräder derselben Marke haben unterschiedliche Mindestwerte. Für das woom ORIGINAL 3 nennt eine Messübersicht eine Mindest-Beininnenlänge von 44,5 cm, für das woom ORIGINAL 4 sind es 52 cm. Prüfen Sie deshalb die Angaben für genau dieses Modell und diese Größe. Eine Zahl aus einer anderen Modellreihe ist kein verlässlicher Ersatz.
Sitzprobe und Probefahrt
Stellen Sie den Sattel zunächst niedrig ein. Das Kind sollte sicher sitzen und mit beiden Füßen den Boden erreichen. Prüfen Sie, ob das Kind den Lenker gut greifen und die Bremsen ohne Mühe bedienen kann. Der ADAC empfiehlt eine Probefahrt, weil sich Rahmenform und Sitzposition je nach Modell unterscheiden.
woom empfiehlt für seine Räder zusätzlich, im Stand Abstand zwischen dem Schritt und dem Oberrohr, dem oberen Rohr des Fahrradrahmens, zu lassen. Diese Vorgabe bezieht sich auf die Passformempfehlungen des Herstellers. Kaufen Sie das Fahrrad nicht deutlich zu groß in der Hoffnung, das Kind werde hineinwachsen: Wenn es den Boden, Lenker oder die Bremsen nicht sicher erreicht, passt das Rad derzeit nicht.
